Innerlich leer trotz schönem Wetter, und was darunter liegt
Der Frühling beginnt, und überall scheinen sich die Menschen zu öffnen. Du nickst, du machst mit, du sagst, ja, schön. Innen bleibt es leer. So erging es auch Annika. Was sie nicht wusste: Es gab darunter einen Satz, den sie nie ausgesprochen hatte.
Der Frühling beginnt, und überall scheinen sich die Menschen zu öffnen. Die Tage werden länger, in der Familie wird der erste Ausflug geplant, in der Nachbarschaft sitzen wieder die ersten draußen.
Und du machst mit. Du nickst, du sagst, ja, schön. Du funktionierst weiter, wie immer, erledigst, was zu erledigen ist, lachst, wenn die anderen lachen. Aber du spürst nicht, was du glaubst spüren zu müssen, nicht die Erleichterung, dass der Winter vorbei ist, nicht die Vorfreude auf das, was kommt. Du registrierst alles, ohne dass es bei dir ankommt.
Du hast es längst auseinandergenommen. Bücher gelesen, mit Menschen gesprochen, die Ähnliches kennen. Und trotzdem kehrt es jeden Frühling wieder, diese Stille, in der nichts ankommt, obwohl draußen alles aufbricht.
Und irgendwann, wenn es abends still wird, fängt es an dir zu nagen. Etwas verlernt, etwas abgestellt, irgendwo, irgendwann. Es wird jeden Frühling wieder bitter bewusst, und jedes Mal sagst du weniger, fragst du weniger, willst du weniger.
Wenn der Frühling beginnt und du innerlich leer bist
So erging es auch Annika. Sie rief mich am Donnerstagabend an und saß draußen auf ihrer Terrasse, die Kinder im Haus, ihr Mann am Telefon mit seinem Bruder, irgendwas mit dem ersten Wochenende am See. Annika hatte das die letzten Tage mit sich rumgetragen und gemerkt, dass sie es nicht allein sortiert kriegte.
„Mir ist heute mittag was aufgegangen“, sagte sie. „Ich war auf einer Bank in der Sonne, eine kleine Pause vor dem Heimweg, und ein paar Meter neben mir saßen drei Frauen in meinem Alter und haben gelacht. Über irgendwas, ich weiß nicht mal worüber. Und ich habe gedacht: Die können das. Ich offenbar nicht.“
Sie wurde kurz still, dann sprach sie weiter. „Alle freuen sich auf den Frühling, Frank. Meine Kinder reden seit Tagen davon, mein Mann plant das erste Wochenende am See. Und ich nicke, ich mache mit, ich sage, ja, schön. Aber ich spüre einfach nichts. Es kommt nichts an.“
Ich hörte zu. Annika hatte das längst auseinandergenommen und wusste, dass es nach langen Phasen manchmal dauert, bis sich das Spüren zurückmeldet. „Aber das hilft mir nicht, Frank“, sagte sie. „Es wird mir jeden Frühling wieder bitter bewusst, und jedes Mal sage ich weniger, frage ich weniger, will ich weniger.“
Sie atmete einmal ruhig aus, dann war es still.
Was unter der inneren Leere liegt
Annikas Worte standen einen Moment im Raum, dann verband ich mich mit dem Feld.
Was sich zeigte, war ein Glaubenssatz, der Annika seit Jahren leise dirigierte. Ich teilte ihn Annika mit, sie nahm ihn auf und wiederholte ihn bedächtig: »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht«.
Einen Moment war es still am Telefon. Dann sagte sie, langsam: „Ja, das ist es. Ich habe das nie so gedacht. Aber genau danach lebe ich.“
Ich schlug eine Willenserklärung vor: zu sehen, zu würdigen, neu zu wählen. Annika stockte kurz, atmete durch und willigte ein.
Sie sprach mir die Willenserklärung Satz für Satz nach. Bei der Stelle vom dankbaren Annehmen wurde ihre Stimme leiser, sie atmete, sprach weiter. Bis zum letzten Satz war ihre Stimme dünner geworden, aber klarer.
Und tief durchatmen, sagte ich. Annika atmete, ein langer Zug.
Im Anschluss bat ich Annika, den alten Glaubenssatz zu wiederholen und ihm nachzuspüren, dann fragte ich, was das jetzt mit ihr mache. Sie sprach ihn, einen Moment war Stille. Dann: „Er berührt mich nicht mehr.“
Sie schwieg kurz, dann sagte sie: „Ich denke gerade an letzten Sommer, Frank. An meine Tochter, wie sie auf der Decke im Garten lag und mich gerufen hat, ich solle mich dazusetzen. Ich habe gesagt, gleich, gleich, und dann habe ich noch schnell die Wäsche aufgehängt. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, glaube ich, dass ich damals dachte, ich hätte kein Recht, einfach so in der Sonne zu liegen.“
Es wurde lange still. Annika atmete schwer am anderen Ende. Dann sagte sie: „Das war nicht ein Sommer, Frank. Das waren viele, mehr als ich zählen will. Abende, an denen ich gelacht habe und gar nicht richtig dabei war. Mein Mann hat mich angeschaut, hat gefragt, was eigentlich los ist, und ich habe gesagt: nichts. Mich schmerzt das gerade so, dass mir das alles nicht einmal aufgefallen ist. Dass ich so daran gewöhnt war, nicht wirklich da zu sein.“
Ich nahm wahr, was unter ihrer Erinnerung lag und auch heute noch wirkte: »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein«.
Diesen Glaubenssatz teilte ich Annika mit. Sie sprach ihn aus und spürte nach. Eine Weile war es still, dann sagte sie leise: „Der sitzt tief. Und fühlt sich hart an.“
Ich schlug die zweite Willenserklärung vor. Annika atmete, blieb einen Moment in dem Satz, dann willigte sie ein.
Sie sprach mir die Willenserklärung nach. Ihre Stimme war ruhig, manchmal kurz brechend, aber sie blieb dran.
Und tief durchatmen. Annika atmete einmal lang aus.
Annika sprach den Glaubenssatz noch einmal und spürte nach. Was er jetzt noch mit ihr mache, fragte ich. Sie atmete aus, einen Moment war Stille. Dann sagte sie: „Er ist weicher geworden. Und er ist nicht mehr meiner.“
Ich konnte ihre Erleichterung heraushören.
Ein paar Wochen später schrieb mir Annika. Sie hatte am Sonntagnachmittag auf der Terrasse gesessen, allein, das Gesicht in die Sonne gehalten. Die Wärme sei bei ihr angekommen, auf der Haut und als Weite im Oberkörper.
Sie habe gelächelt, schrieb sie, allein vor sich hin, und sei einfach sitzen geblieben. Und es habe sich gut und richtig angefühlt.
Wenn die Sonne wieder bei dir ankommt
Was sich in Annikas Geschichte verschoben hat, war keine Erkenntnis. Es war ein Recht. Sie darf sein, wie sie ist, auch leer, auch leise, auch ohne Frühlingsgefühl im Frühling.
Lange hatte Annika gedacht, sie müsse sich rechtfertigen, dass sie da ist. Funktionieren, lachen, mitmachen, und wenn nichts ankommt, dann liegt es an ihr. Was sich gelöst hat, ist dieser stille Vertrag: dass das Sein an etwas hängt, das wir erst leisten müssen.
Wenn dir die Leere im Frühling vertraut ist
Vielleicht erkennst du dich darin wieder: die Leere, die nicht weggeht, der leise Verdacht, mit dir stimme etwas nicht, das Weitermachen, ohne dich dabei zu spüren. Wer das kennt, hat es oft jahrelang mit sich getragen, ohne es jemandem zu sagen.
Wenn du magst, lesen ich oder Daniel bzw. Sandra aus meinem Team für dich im Feld, was unter dem Nicht-Spüren liegt: der Glaubenssatz, das Muster, das, was bisher nicht bewusst war und trotzdem im Hintergrund gewirkt hat.
Hier für dich: zwei einfache Willenserklärungen zum selbst sprechen
Manchmal ist die Probelesung der richtige nächste Schritt. Manchmal möchtest du jetzt schon selbst etwas sprechen, allein, in deinem eigenen Tempo. Was Annika am Telefon gespürt hat, lag nicht im Hören. Es lag im Aussprechen und im Nachspüren — Worte und Körper im selben Moment.
Bevor du die einfache Form für dich sprichst, ein Wort zu Annikas Sitzung. Sie hat dort zwei individuelle Willenserklärungen erhalten, jeweils im Feldlesen mit mir entstanden, auf ihre Glaubenssätze zugeschnitten. Die Form, die du gleich sprichst, ist nicht weniger wirksam, sondern ein anderer Zugang zum gleichen Prinzip: eine Entscheidung in Sprache. Sprich die Sätze laut oder leise für dich.
Ein Hinweis vorab: Es gibt einen Satz, in dem du den alten Glaubenssatz dankbar annimmst. Wenn du dabei kurz stockst oder es widersprüchlich findest, ist das gemeint. Du würdigst, dass dir der Satz lange Halt gegeben hat, auch wenn er nicht mehr stimmt.
Ich sehe und spüre meinen Glaubenssatz »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht« … und ich bin bereit, hinzusehen.
Ich würdige meinen Glaubenssatz »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht« … und ich lasse diese Empfindungen zu.
Ich nehme meinen Glaubenssatz »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht« dankbar an … und ich bin gleichzeitig in Liebe mit mir … und ich verzeihe mir … und ich bin nachsichtig mit mir.
Und ich übergebe meinen Glaubenssatz »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht« an mein liebendes Herz, zur Heilung und Transformation.
Hier und jetzt entlasse ich mich aus diesem Glaubenssatz. Jetzt.
Lieber alter Glaubenssatz »Wenn ich nichts spüre, stimmt etwas mit mir nicht« — ich sehe dich und ich würdige dich. Du hast mich lange begleitet und mir Halt gegeben. Dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Nun habe ich erkannt, dass ich dich nicht mehr brauche und mich für einen neuen Weg entschieden. Deswegen entlasse ich dich wieder aus der Rolle, die ich dir zugeteilt hatte. Du bist nun frei von mir und ich bin frei von dir. Du kannst nun gehen. Jetzt. Danke.
Wenn du beim Sprechen der ersten Willenserklärung gespürt hast, dass darunter noch mehr liegt — dann ist hier die zweite Willenserklärung für dich.
Ich sehe und spüre meinen Glaubenssatz »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein« … und ich bin bereit, hinzusehen.
Ich würdige meinen Glaubenssatz »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein« … und ich lasse diese Empfindungen zu.
Ich nehme meinen Glaubenssatz »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein« dankbar an … und ich bin gleichzeitig in Liebe mit mir … und ich verzeihe mir … und ich bin nachsichtig mit mir.
Und ich übergebe meinen Glaubenssatz »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein« an mein liebendes Herz, zur Heilung und Transformation.
Hier und jetzt entlasse ich mich aus diesem Glaubenssatz. Jetzt.
Lieber alter Glaubenssatz »Ich habe kein Recht, einfach so zu sein« — ich sehe dich und ich würdige dich. Du hast mich lange begleitet und mir Halt gegeben. Dafür danke ich dir von ganzem Herzen. Nun habe ich erkannt, dass ich dich nicht mehr brauche und mich für einen neuen Weg entschieden. Deswegen entlasse ich dich wieder aus der Rolle, die ich dir zugeteilt hatte. Du bist nun frei von mir und ich bin frei von dir. Du kannst nun gehen. Jetzt. Danke.
Franks Gedanken dazu
Viele Menschen, die zu mir kommen, haben ihre innere Lage längst auseinandergenommen. Sie haben gelesen, recherchiert, mit Vertrauten gesprochen, manche schon seit Jahren. Und trotzdem stehen sie da, wo sie stehen. Was ich immer wieder erlebe, ist dieser stille Moment, in dem ein Satz, den wir nie ausgesprochen haben, zum ersten Mal über die Lippen kommt. Etwas verschiebt sich. Nicht alles, aber genug, dass darunter sichtbar wird, was lange im Hintergrund gewirkt hat. Und manchmal kommt dabei etwas an, das vorher nicht ankommen konnte.
Und drei Fragen zur inneren Leere für dich:
Wann hast du das letzte Mal etwas gespürt und es dir verboten, weil du dachtest, du hättest gerade kein Recht darauf?
Was lernst du dadurch über die Art, wie du dich bewertest, wenn du nichts spürst?
Was wird in dir möglich, wenn du dir das, was gerade ist, erlaubst?
Liebe Grüße, Frank
Was vielleicht noch in dir nachklingt …
Ist innere Leere immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt?
Nein. Innere Leere ist oft das Gegenteil eines Defekts: ein Hinweis, dass jemand lange funktioniert hat, ohne sich selbst dabei zu spüren. Manchmal ist sie eine Pause, die der Körper sich nimmt. Manchmal liegt darunter ein Glaubenssatz, der sich seit Jahren auswirkt, ohne je ausgesprochen worden zu sein. Erst wenn er erkannt wird, kann sich darunter etwas bewegen.
Warum komme ich gerade im Frühling, wenn alle aufblühen, schwerer mit?
Im Frühling öffnet sich das Außen sichtbar. Die Menschen werden lauter, lebendiger, planen, lachen. Wer innerlich aus einer langen Funktionieren-Phase kommt, bemerkt diesen Kontrast besonders deutlich. Das Außen sagt: jetzt geht es los. Das Innere antwortet noch nicht. Daraus entsteht oft das Gefühl, etwas an dir stimme nicht, obwohl dahinter oftmals ein Glaubenssatz steht, der die innere Bewegung blockiert.
Wie merke ich, dass sich etwas verändert hat?
Oft ist die Veränderung nicht laut. Du befindest dich irgendwann in einer Situation, in der du dich früher selbst verurteilt hättest, und merkst, dass du es nicht mehr tust. Der Frühling ist da, und kommt auch bei dir an. Genau dort beginnt die neue Bewegung.
Einmal pro Woche ein neuer Weg in die Leichtigkeit — direkt in dein Postfach
Wenn dich Annikas Geschichte berührt hat, lade ich dich ein: Ich schicke dir jeden Sonntagfrüh eine neue Geschichte aus meiner Arbeit mit dem morphischen Feld — als kleiner Impuls für den Tag, mit einer einfachen Willenserklärung zum Sprechen und drei Fragen zum Nachspüren. Jederzeit wieder abbestellbar.
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